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Durch serielles Sanieren Klimaziele schneller erreichen und Wirtschaft stärken

Die serielle Sanierung ist ein neuer Ansatz in der Bauwirtschaft, der die tiefgreifende energetische Sanierung von Wohngebäuden mit Fokus auf Energieeffizienz und Energieversorgung attraktiver gestaltet und durch vorproduzierte Prozesse schneller umsetzt.

Ein wesentlicher Baustein ist der Einsatz seriell gefertigter Fassaden- und Dachelemente. Diese werden im Werk vorproduziert, was die Bauzeit vor Ort und damit die Beeinträchtigung der BewohnerInnen deutlich verkürzt. 

Das serielle Sanieren verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz für die energetische Sanierung von Bestandswohngebäuden und Nichtwohngebäuden. Die Vereinheitlichung von Prozessen in Planung, Produktion und Umsetzung, sowie der Einsatz moderner Digitaltechnologie und serieller Fertigungstechnik sorgen dafür, dass die Sanierung schneller, günstiger und mit weniger Aufwand vor Ort durchzuführen ist, als es herkömmliche Herangehensweisen vermögen.

Nach Schätzungen der deutschen Energieagentur Dena eignen sich rund 30 % aller Gebäude von Mehrfamilienhäusern über öffentliche Gebäude wie Schulen bis hin zu privaten Einfamilienhäusern für eine serielle Sanierung. Optimal sind Gebäude der 1950er bis 1970er Jahre mit einer einfachen Struktur und einem hohen Energieverbrauch von 130 kWh/(m²a). Mit fortlaufender Marktentwicklung entstehen Lösungen für immer mehr Gebäudetypen. Bei einem schnellen Marktwachstum können so bis 2045 ungefähr 30 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. 

Inzwischen ist aus der innovativen, ursprünglich aus den Niederlanden stammenden Idee ein schnell wachsendes Marktsegment entstanden. In Deutschland wurden bislang 150 serielle Sanierungsprojekte fertiggestellt, darunter Mehrfamilienhäuser, ganze Quartiere, Schulen, Feuerwachen und Einfamilienhäuser. Etwa 90 weitere Projekte sind derzeit im Bau, rund 280 weitere mit unter anderem rund 16.500 Wohneinheiten befinden sich in unterschiedlichen Planungs- und Vorbereitungsphasen.

In der Bauwirtschaft gibt es bereits annähernd 550 aktive Unternehmen, ein Großteil davon im Mittelstand. Das bisher ausgelöste Marktvolumen liegt bei ca. 2 Milliarden Euro. Das Gesamtpotenzial für den noch zu entwickelnden Breitenmarkt für Wohn- und Nichtwohngebäude in Deutschland liegt nach Schätzungen der Dena bei ungefähr 500 Milliarden Euro – zu einem großen Teil refinanziert durch eingesparte Energiekosten. 

Damit entsteht ein neuer Wirtschaftszweig für serielle Sanierungslösungen, mit neuen Chancen für die gesamte Bauwirtschaft in Deutschland und Europa. 

Die ERA Goslar hatte zu diesem Thema am 23.Juni ins GoTec auf dem Energiecampus in Goslar im Rahmen des vierteljährlich stattfindenden Unternehmergespräches Energie zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Mit der ortsansässigen Ingenieursgesellschaft IMF sowie dem Architekten Dr. Burkhard Schulze-Darup aus Berlin wurde ein umfangreicher Einblick in das Thema gegeben. Eine weitere Veranstaltung in Form eines Workshops wurde am 15. Juni von der Stadt Braunlage durchgeführt. Die von der dena finanzierte Veranstaltung hatte zum Ziel anhand von drei kommunalen Gebäuden das Prinzip und die Machbarkeit der Seriellen Sanierung zu veranschaulichen. Zwei ExpertInnen aus Hannover und Berlin waren angereist um mit kommunalen MitarbeiterInnen aus dem Klimamanagenent, den Bauabteilungen und Fachbereichen für Energiemanagement der Region Goslar und Harz Konzeptansätze zu erarbeiten und zu vermitteln.

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