Heizsaison vorbereiten: Was sollte man vor dem ersten Heizen im Herbst überprüfen?
Wenn die Tage kürzer und die Temperaturen niedriger werden, rückt die nächste Heizsaison näher. In Deutschland gilt der Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. April üblicherweise als Heizperiode. Wann jedoch tatsächlich mit dem Heizen begonnen wird, ist in der Regel eine individuelle Entscheidung.
Gerade deshalb lohnt es sich, die Heizung nicht erst beim ersten kalten Tag genauer anzusehen. Nach mehreren Monaten mit wenig oder keinem Heizbetrieb können Luft im System, ungünstige Einstellungen oder nicht optimal arbeitende Thermostate Probleme verursachen. Ein rechtzeitiger Check hilft, diese möglichst frühzeitig zu erkennen und die Anlage bedarfsgerecht auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.
Vor dem ersten Heizen sollten insbesondere folgende Punkte überprüft werden:
- Heizkörper kontrollieren und bei Bedarf entlüften: Gluckernde Geräusche oder Heizkörper, die nicht vollständig warm werden, können auf Luft im System hinweisen. Anschließend sollte auch der Anlagendruck kontrolliert werden.
- Thermostate prüfen: Bei klassischen Thermostaten entsprechen Stufe 2 ungefähr 16 °C, Stufe 3 etwa 20 °C und Stufe 4 rund 24 °C. Die höchste Stufe erwärmt einen Raum dabei nicht schneller.
- Heizkörper freihalten: Möbel, Verkleidungen oder lange Vorhänge können die Wärmeabgabe beeinträchtigen und sollten ausreichend Abstand halten.
- Anlagendruck kontrollieren: Ein zu niedriger Druck kann die Funktion der Heizung beeinträchtigen. Der erforderliche Wert hängt von Anlage und Gebäude ab und sollte im Zweifel fachgerecht geprüft werden.
Neben den einzelnen Heizkörpern sollte auch die Heizungsanlage als Gesamtsystem betrachtet werden. Dazu gehört, Zeitprogramme und Regelung an den tatsächlichen Bedarf anzupassen und ggf. eine fachgerechte Wartung einzuplanen. Dabei können unter anderem Anlagenzustand, Wasserdruck, Verschleißteile sowie Regelungs- und Sicherheitseinrichtungen kontrolliert werden. Für eine Heizungswartung ist mit Kosten von mindestens 160 Euro zu rechnen. Empfohlen wird eine regelmäßige Durchführung möglichst vor Beginn der Heizperiode.
Werden einzelne Räume unterschiedlich warm oder treten Strömungsgeräusche auf, kann außerdem ein hydraulischer Abgleich sinnvoll sein. Dabei wird die Verteilung des Heizwassers an den tatsächlichen Bedarf der einzelnen Heizflächen angepasst. Das mögliche Einsparpotenzial liegt bei etwa 5 % der Heizkosten, abhängig vom Gebäude und dem bisherigen Zustand der Anlage.
Neben der Technik beeinflusst auch das eigene Heizverhalten den Energieverbrauch. Bereits 1 °C weniger Raumtemperatur kann den Heizenergieverbrauch um etwa 6 % reduzieren. Für Wohnräume gelten rund 20 °C, für Schlafzimmer etwa 16 bis 18 °C als Orientierung. Gleichzeitig sollten Räume nicht dauerhaft stark auskühlen, um Feuchtigkeits- und Schimmelproblemen vorzubeugen.
Für einen effizienten Start in die Heizsaison lohnt es sich deshalb, drei Bereiche gemeinsam im Blick zu behalten:
- Technik: Funktionieren Heizkörper, Thermostate, Anlagendruck und Regelung zuverlässig?
- Effizienz: Sind Wärmeverteilung, Heizzeiten und Einstellungen auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt?
- Nutzung: Passen Raumtemperaturen und Heizzeiten zum Alltag, ohne unnötig Energie zu verbrauchen?
Wer seine Heizung bereits vor dem ersten kalten Herbsttag überprüft, kann mögliche Probleme frühzeitig erkennen und schafft gute Voraussetzungen für einen zuverlässigen und effizienten Betrieb. Eine gut eingestellte und bedarfsgerecht genutzte Heizung hilft dabei, Energie bewusster einzusetzen, Heizkosten im Blick zu behalten und gleichzeitig ein angenehmes Raumklima zu erhalten.