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Richtig gießen bei Trockenheit – Wasser gezielt und ressourcenschonend einsetzen

„Viel Wasser hilft dem Rasen bei Trockenheit“ – klingt zunächst logisch. Entscheidend ist jedoch nicht, möglichst häufig zu gießen, sondern Wasser zum richtigen Zeitpunkt und in ausreichender Menge dorthin zu bringen, wo Pflanzen es tatsächlich aufnehmen können. Gerade während längerer Hitze- und Trockenperioden kann häufiges, oberflächliches Bewässern sogar kontraproduktiv sein: Bleibt die Feuchtigkeit überwiegend in den oberen Bodenschichten, entwickeln Pflanzen weniger tiefreichende Wurzeln und können Wasserreserven in tieferen Bodenschichten schlechter erschließen. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen empfiehlt deshalb, seltener, dafür gründlich und durchdringend zu bewässern.

Wie relevant ein bewusster Umgang mit Wasser inzwischen ist, zeigen auch die aktuellen Klimadaten. Nach Angaben des Umweltbundesamtes war das Frühjahr 2026 in Deutschland außergewöhnlich sonnig und deutlich zu trocken. Deutschlandweit fielen lediglich 126 Liter Niederschlag pro Quadratmeter – nur 68 % des langjährigen Mittels von 1961 bis 1990. Anfang Juli zeigten sich in zahlreichen Regionen bereits trockene bis sehr trockene Oberböden. Gleichzeitig bestehen regional erhebliche Unterschiede bei der Wasserverfügbarkeit. Ein effizienter Umgang mit Wasser wird deshalb nicht nur für den Garten, sondern zunehmend auch im Zusammenhang mit Klimaanpassung und Ressourcenschutz relevant. 

Gerade beim Rasen bedeutet das: Nicht möglichst oft, sondern bedarfsgerecht bewässern. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt für einen Rasen, der auch während längerer Trockenphasen grün gehalten werden soll, eine durchdringende Bewässerung von etwa 20 bis 25 Litern pro Quadratmeter einmal wöchentlich. Kleine tägliche Wassermengen sind dagegen wenig sinnvoll. Ältere Empfehlungen der Gartenakademie zeigen zudem, dass Wassergaben von 15 bis 20 l/m² je nach Witterung etwa sieben bis zehn Tage ausreichen können und das Tiefenwachstum der Rasenwurzeln fördern. 

Für einen wassersparenden und zugleich widerstandsfähigeren Garten kommt es deshalb auf das Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen an:

  • Durchdringend statt täglich gießen: Größere Wassermengen in längeren Abständen ermöglichen es, auch tiefere Bodenschichten zu durchfeuchten. Für Gartenbeete nennt die Bayerische Gartenakademie bei Hitze etwa 20 bis 25 l/m². Das Wasser sollte möglichst in mehreren Gießgängen ausgebracht werden, damit es langsam in den Boden eindringen kann und nicht oberflächlich abfließt. 
  • Den richtigen Zeitpunkt wählen: Besonders geeignet sind die frühen Morgenstunden. Dann sind Boden und Luft noch vergleichsweise kühl und weniger Wasser geht durch Verdunstung verloren. Außerdem sollte möglichst direkt auf den Boden beziehungsweise in den Wurzelbereich und nicht großflächig über die Blätter gegossen werden. 
  • Rasen bei Hitze länger lassen: Auch die Schnitthöhe beeinflusst den Wasserbedarf. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt bei starker Hitze, den Rasen auf etwa 7 bis 8 cm stehen zu lassen. Längere Gräser beschatten den Boden, wodurch dieser langsamer austrocknet; gleichzeitig kann längeres Gras tiefere Wurzeln entwickeln und Trockenheit besser überstehen. 
  • Feuchtigkeit im Boden halten: Eine Mulchschicht aus geeigneten organischen Materialien reduziert die Verdunstung, schützt den Boden vor starker Aufheizung und kann seine Struktur verbessern. Auch leichtes Hacken offener Bodenflächen unterbricht die Kapillaren an der Oberfläche und hilft dabei, vorhandene Bodenfeuchtigkeit länger zu erhalten. 
  • Regenwasser als Ressource nutzen: Regentonnen oder Zisternen ermöglichen es, Niederschläge zu speichern und später für die Gartenbewässerung einzusetzen. Dadurch lässt sich Trinkwasser einsparen, während gleichzeitig Wasser aus niederschlagsreichen Perioden für Trockenphasen verfügbar bleibt. Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass eine dezentrale Regenwassernutzung bei Starkregen zur Entlastung der Kanalisation beitragen kann. 

Ein ressourcenschonender Garten bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass jede Rasenfläche auch während längerer Trockenperioden dauerhaft sattgrün bleiben muss. Extensiver genutzte Rasenflächen können vorübergehend austrocknen und sich bei feuchterer Witterung wieder erholen. Auch weniger häufig gemähte Bereiche, Kräuterrasen oder Blumenwiesen können eine Alternative darstellen: Sie benötigen weniger intensive Pflege und bieten gleichzeitig zusätzliche Lebensräume für Insekten. 

Viel Wasser ist bei Trockenheit also nicht automatisch die beste Lösung. Entscheidend sind die richtige Menge, der passende Zeitpunkt und eine Gartenpflege, die Wasser möglichst lange im Boden hält. Wer seltener, dafür durchdringend gießt, Regenwasser nutzt und Pflanzen sowie Rasen an heiße Sommer anpasst, kann wertvolle Wasserressourcen schonen und den Garten gleichzeitig widerstandsfähiger gegenüber längeren Trockenperioden machen.

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